Planung für Marbach im Plan

Bauleitplanung

17.01.2023


Reutlinger General-Anzeiger

GOMADINGEN – Das Haupt- und Landgestüt Marbach wird saniert. Das Großprojekt hat im Gomadinger Gemeinderat eine weitere bürokratische Hürde genommen

Rund 40 Millionen Euro will Baden-Württemberg über ein Sonderbauprogramm in den kommenden Jahren in das Haupt- und Landgestüt Marbach investieren. Da das Gestüt auf Gomadinger Markung steht, muss sich der Gomadinger Gemeinderat mit den baurechtlichen Dingen befassen und hat das bereits mehrfach getan. Im Mai 2022 wurde der Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans gefasst. Die Pläne wurden öffentlich ausgelegt, die betroffenen Behörden beteiligt.

Die eingegangenen Stellungnahmen sind jetzt im Gemeinderat weiter beraten worden. Franziska Meyer vom Planungsbüro Künster in Reutlingen verwies auf eine Vielzahl von Faktoren, die dabei zu berücksichtigen sind. Auf die öffentliche Auslegung gab es eine große Zahl von Rückmeldungen, berichtete Meyer. Kurz ging sie auf die wesentlichen Punkte des umfangreichen Schriftstücks ein.

Die artenschutzrechtliche Prüfung ist mittlerweile abgeschossen, daraus folgen Pflanzgebote oder
der Schutz der Haselmaus im Bereich der Arena. Weil Wald gerodet werden muss, müssen Ausgleichsflächen angelegt werden – auf dem Gelände des Gestüts. Biber gibt es im Baugebiet zurzeit keine, falls doch noch welche auftauchen sollten, müssten sie vor dem Bau der Brücke über den Dolderbach umgesiedelt werden. In der Nähe des Gestüts stehen Wohnhäuser, also musste ein Geruchsgutachten her. Da sich die Zahl der eingestellten Pferde verringert, gibt es hier keine Probleme.

Augenfälliger als Haselmaus und Durftfahnen sind die Beschränkungen, die der Denkmalschutz auferlegt. Die neuen Gebäude werden sich bei First- und Traufhöhe den historischen Bauten anschließen und sollen die Sichtachsen nicht blockieren. Ansonsten kann nach aktuellem Stand geplant werden.

Soweit läuft die Planung planmäßig, die gewünschten Änderungen sind nun alle im überarbeiteten Entwurf des Bebauungsplans eingearbeitet, der wird erneut öffentlich ausgelegt. DIe Finanzierung des ersten Bauabschnitts ist gesichert, die Mittel sind im Landeshaushalt eingestellt, berichtete Marcus Wandel vom Landesbetrieb Vermögen udn Bau. Es kann also losgehen, sobald das Genehmigungsverfahren endgültig abgeschlossen ist.

Ein kleiner Wermutstropfen: Aufgehoben, aber nicht aufgeschoben, und aus dem Projekt Marbach ausgegliedert ist der lang ersehnte Radweg im Dolderbachtal. Der sollte sinnvollerweise nicht entlang der Landesstraße sondern an der Waldkante verlaufen, meinte nicht nur Bürgermeister Klemens Betz. Was wiederum Ausgleichsmaßnamhen erforderlich macht. “Der Weg kann auch in einem separaten Verfahren realisiert werden”, erklärte Meyer.