32 Stückle für den schwäbischen Traum

Reutlinger General-Anzeiger

ENGSTINGEN – Lieber ein bisschen kleinere Stücke und dafür ein paar mehr, damit möglichst viele was davon haben: Was beim Kuchen gilt, lässt sich auch für Grundstückszuschnitte in einem Baugebiet gut anwenden. Platz ist rar, begehrt und wertvoll – das wissen die Engstinger, die lange auf neues Bauland warten mussten. Für rund 32 Bauherren kann er in naher Zukunft in Erfüllung gehen, “der schwäbische Traum vom Eigenheim”, wie sich Bürgermeister Mario Storz gerne ausdrückt. Das Baugebiet Schafäcker nimmt konkrete Züge an, in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend stellte Stadtplaner Clemens Künster ein Strukturkonzept vor, für das sich neben den Räten auch rund 20 Zuhörer interessierten.

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Nicht nur der Grunderwerb war aufwendig, weil die Gemeinde mit vielen Besitzern verhandeln musste. Auch die Rahmenbedingungen sind besondere: “Dass zwei landwirtschaftliche Betriebe in der Nachbarschaft sind, wird man immer merken”, warnte Storz die Interessenten vor, damit es bei der ersten lauen Sommernacht auf der Terasse nicht zu bösen Überraschungen komme. Der Emissionsschutz ist ein wichtiger Aspekt: Untersuchungen haben ergeben, dass aufgrund von Lärm und Geruch ein Teilbereich, auf dem vier Bauplätze hätten entstehen sollen, vorerst nicht in die Planungen einbezogen werden kann. Dort werden die zulässigen Höchstwerte überschritten.

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Kleiner sollten die Stücke auf Empfehlung des Planers allerdings nicht werden. Bauen sein ein Spiegel der Gesellschaft, der Trend gehen in Richtung Individualität, so Künster, der mit dieser Entwicklung konkrete Erfahrungen gemacht hat: “Je kleiner das Grundstück ist und je enger die Leute aufeinander rücken, desto größer wird das Bedürfnis, sich abzugrenzen und alles zu regeln”, schilderte er seine “Soziologie der Stadtplanung”. Dennoch: Hans-Martin Hipps Anregung zu prüfen, ob Bedarf an kleineren Flächen für Tiny Houses bestehe, nahm der Bürgermeister auf. Ebenso wie viele andere bereits sehr in Detail gehende Anregungen und Wünsche der Räte.

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